Ich werde regelmäßig gefragt: „n8n oder Make?" Die ehrliche Antwort ist: es kommt drauf an. Aber „es kommt drauf an" ist keine hilfreiche Antwort — deshalb hier die konkreten Unterschiede und wann welches Tool sinnvoller ist.

Der grundlegende Unterschied

Make ist SaaS. Du bezahlst pro Monat, alles läuft in deren Cloud, du loggst dich ein und baust. Kein Server, kein Deployment, kein Warten auf Updates. Der Preis skaliert mit der Nutzung (Operations pro Monat).

n8n gibt es in zwei Varianten: Cloud (ähnlich wie Make) und Self-hosted (du betreibst n8n auf eigenem Server). Self-hosted n8n ist kostenlos für unbegrenzte Ausführungen — du zahlst nur den Server.

Das ist keine technische Entscheidung — es ist eine organisatorische.

Wann Make die bessere Wahl ist

Kein IT-Team vorhanden. Make ist zugänglicher für Nicht-Techniker. Die Oberfläche ist intuitiver, die Einrichtung dauert Minuten, und es gibt keinen Server zu warten. Für kleine Betriebe die selbst ihre Automatisierungen pflegen wollen — Make.

Geringe bis mittlere Ausführungsvolumina. Unter ~10.000 Operationen pro Monat ist Make günstiger als ein eigener Server für n8n. Erst bei höherem Volumen dreht sich die Kostenrechnung.

Standard-Integrationen mit populären Tools. Make hat mehr vorgefertigte Integrationen. Wenn du hauptsächlich mit Google Workspace, HubSpot, Slack, Shopify arbeitest — Make spart Einrichtungszeit.

Wann n8n Self-hosted die bessere Wahl ist

Datenschutz und DSGVO. Für deutsche Betriebe die sensible Kundendaten verarbeiten ist Self-hosted n8n oft die einzig akzeptable Option. Daten verlassen nie deinen Server. Make-Daten laufen durch US-amerikanische Infrastruktur — für manche Branchen ein Ausschlusskriterium.

Hohes Ausführungsvolumen. Ab ~50.000 Operationen pro Monat ist Self-hosted n8n auf Hetzner günstiger als Make. Mit wachsendem Volumen wächst der Kostenunterschied erheblich.

Custom Code und komplexe Logik. n8n hat einen vollständigen JavaScript/Python-Node — du kannst beliebig komplexen Code direkt im Workflow ausführen. Make hat diese Flexibilität nicht in gleichem Maß. Für technisch anspruchsvolle Workflows ist n8n mächtiger.

Die Kostenrechnung (vereinfacht)

Make Pro (~$16/Monat) deckt 10.000 Operationen ab. n8n Self-hosted auf einem 4€/Monat Hetzner VPS: unbegrenzte Operationen, aber du brauchst jemanden der den Server betreibt.

Der Break-Even liegt bei ~30.000–50.000 Operationen pro Monat — abhängig von deinem Server-Know-how. Darunter ist Make einfacher und oft günstiger. Darüber rechnet sich Self-hosted n8n schnell.

Das Fazit

Für kleine Betriebe ohne IT-Ressourcen die Standardprozesse automatisieren wollen: Make. Für Betriebe mit Datenschutzanforderungen, hohem Volumen oder komplexen technischen Anforderungen: n8n Self-hosted. Und für alles dazwischen: n8n Cloud als Kompromiss — Convenience ohne eigenen Server, mit besserer Kontrolle als Make.

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